Dezember 2017 | Spartacus Traveler – Auf den Färöer-Inseln hat das Parlament die Ehe für alle eingeführt. Mit einem fröhlichen Pride feiert die kleine queere Community des Archipels zwischen Norwegen und Island die Liberalisierung der Gesellschaft.

In Tórshavn, der kleinen Hauptstadt der Färöer, haben sich heute alle herausgeputzt. Die Männer in Hemd und Krawatte, roter, oft aufwändig bestickter Weste, Trachtenjacke mit zahlreichen goldenen Knöpfen und Hosen, die bis knapp unter die Knie reichen. Darunter betonen die dicken, dunklen Wollsocken die Waden. Die Frauen erscheinen in Röcken, meist in dunklem Rot oder Grün, oft längs mit Schwarz gestreift. Das Oberteil ist kunstvoll aus Wolle gefertigt, ein Umhang schützt vor Kälte und Regen.

Tatsächlich ist die Ólavsøka, der ehrwürdige Nationalfeiertag, der Ende Juli 48 Stunden lang gefeiert wird, mehr als nur ein Staatsakt. Es ist zugleich ein Event, mit dem sich die Färinger selbst hochleben lassen. Beim Sportfest etwa, zu dem sich die Jugend der 18 Inseln bei Musik und unter Applaus der Anwesenden auf dem zentralen Platz von Tórshavn vorstellt. Ruderwettbewerbe stehen auf dem Programm, am Hafen spielen Kapellen zum Tanz. Stolze Zimmerleute lassen neu gebaute Holzboote unter großem Hallo der Umstehenden erstmals ins Wasser.

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Online erschienen im Dezember 2017 auf blu.fm.

Der Text erschien erstmals im Spartacus Traveler, Ausgabe 2017/4 (€).

Foto: Faroe Pride in Torshavn, Fotograf: Tobias Sauer.