Dezember 2017 | Spartacus Traveler – Nirgends wirkt US-Präsident Donald Trump so fehl am Platze wie in der weltoffenen, liberalen Hauptstadt Washington. Zum Pride machen deren Einwohner deutlich, was sie von ihm halten.

Kaum ist das Weiße Haus in Sichtweite, stimmen die Demonstranten einen schwulen Klassiker an. „I will survive“, tönt es in Richtung von Donald Trumps Amtssitz aus hunderten, ja tausenden Kehlen. „Wir werden auch dich überleben“, das ist die Botschaft, die sie dem neuen US-Präsidenten übermitteln wollen. Keinen Zweifel lassen die Teilnehmer, was sie von „The Donald“ halten. „Shame“, Schande, rufen manche Demonstranten. Viele haben Trump-kritische Plakate mitgebracht oder sich sogar kostümiert. So droht eine Superwoman einem karikierten Trump – Merkmale: goldgefärbte Haare und überlange rote Krawatte – mit ordentlich Contra. Trump-Freunde dagegen sind hier keine zu sehen.

Es sind nicht nur die Bewohner Washingtons selbst, die hier demonstrieren. Clark etwa ist aus New York angereist. Warum er hier ist? „Weil ich schwul bin und das Gefühl habe, dass es gerade jetzt wichtig ist, zusammenzustehen und für unsere Rechte einzutreten.“ Das sei zwar auch ohne einen Präsidenten Trump nötig, meint er. „Trump verschärft es jedoch. Trump ist die Konsequenz, weil wir es nicht genug gemacht haben.“ Und John ist gar aus dem fernen Arkansas, im tiefsten Süden der USA, nach Washington gefahren. „Es ist wichtig, dass Leute aus dem ganzen Land kommen“, meint er. Die Regierung solle ruhig sehen, wie groß die Bewegung für gleiche Rechte sowie für Anstand und Ehrlichkeit in der Politik sei.

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Im Dezember 2017 auf blu.fm veröffentlicht.

Der Text erschien erstmals im Spartacus Traveler, Ausgabe 2017/4 (€).

Ergänzende Tipps und Infos zu Washington D.C. sind auf blu.fm veröffentlicht.

Foto: Pride 2017 in Washington, D.C., Fotograf: Tobias Sauer.