Dezember 2018 | Spartacus Traveler – Der amerikanische Süden gilt als religiös und konservativ. Dabei kämpfen in Georgias großen Metropolen und hübschen Studentenstädten Aktivisten erfolgreich für Wandel. Sie können sich auf ein großes Vorbild berufen: Martin Luther King, dessen Wirken in Atlanta zahlreiche Spuren hinterlassen hat.

Normalerweise sorgen voll aufdrehende Motoren schwerer Harley-Davidson-Motorräder mitten in der Innenstadt für Stirnrunzeln und empörte Blicke. Die Maschinen haben bekanntlich ordentlich Power – entsprechend laut sind sie. Ganz anders an diesem Mittag. In wenigen Minuten wird der Pride durch Atlanta ziehen, aus Midtown kommend biegen die Wagen und Fußgruppen von der zentralen Peachtree Street in die 10th Street ab, in der auch viele Bars der queeren Community zu finden sind. Genau an dieser Kreuzung haben sich auch eine Handvoll Gegendemonstranten versammelt, um ihre christlich-fundamentalistischen Parolen zu brüllen. Doch sie haben nicht mit dem gerechnet, was nun kommt. Eröffnet wird der Pride von einer Gruppe Dykes on Bikes. Die Lesben auf ihren schweren Motorrädern lassen sich ihre Chance nicht entgehen und geben ordentlich Gas, als sie das Grüppchen der Homophoben am Straßenrand stehen sehen. Unter dem Jubel und dem Gelächter der Anwesenden gehen deren hasserfüllten Parolen im Motorenlärm unter. (…)

Der Text ist im Dezember 2018 im Spartacus Traveler, Ausgabe 3/2018, erschienen.