Dezember 2016 | Sammelband „XYZ“, hrsg. von Cafébabel – Wenn die Hoffnung wirklich zuletzt stirbt, muss vorher ziemlich viel dran glauben. Der Reichtum. Die Liebe. Und auch die Träume. Doch in Scampia, dem berüchtigtsten Vorort Neapels, geben sich die Träumer noch lange nicht geschlagen. Im Gegenteil.

Eine Szene wie im Film, wenn das Böse gleich hinter der nächsten Ecke lauert: Es regnet in Strömen hier in Scampia, einem Vorort Neapels. Die Decken der heruntergekommenen Hochhäuser, die wegen ihrer Form „Vele“, also „Segel“, genannt werden, sind undicht. Regentropfen fallen von einem Metallsteg auf den nächsten, deutlich sind die aufschlagenden Tropfen zu hören, wie bei undichten Wasserhähnen. Die Stege führen von den Wohnungen zu einem Gang, der mitten im Raum über einem eigentlich überdachten Innenhof zu schweben scheint. Am Ende des Gangs geht es in die Treppenhäuser. Von außen sind die Betonklötze kaum zugänglich, nur relativ schmale Türen führen hinein. Es ist dunkel, der Verfall dennoch unübersehbar: Viele Fensterscheiben sind zerbrochen, werden aber nicht ersetzt. Türen sind kaputt. (…)

Erschienen im Dezember 2016 im Sammelband „XYZ“, herausgegeben von Cafébabel, ISBN 978-2-9558973-0-0

Der Text ist im selben Band auch in englischer Übersetzung erschienen.

Eine polnische Übersetzung erschien im Oktober 2013 auf Cafébabel.

Eine italienische Übersetzung erschien im August 2013 auf Cafébabel.

Eine spanische Übersetzung erschien im August 2013 auf Cafébabel.

Eine englische Übersetzung erschien im August 2013 auf Cafébabel.

Eine französische Übersetzung erschien im August 2013 auf Cafébabel.

Erstmals erschienen im August 2013 auf Cafébabel.