September 2025 | WDR ZeitZeichen – Die Überfahrt mit der „Mayflower“ war eng, stinkend, gefährlich – und doch der Beginn eines der mächtigsten Gründungsmythen der USA. Am 16.9.1620 sticht sie in See.

Mit 102 Passagieren an Bord bricht die „Mayflower“ am 16.09.1620 nach Amerika auf. Obwohl es sich nicht nur um Männer handelt, werden diese Siedler oft als „Pilgerväter“ bezeichnet. Ihr religiöses Erbe, ihr Mut zum Widerspruch und die Entscheidungen, die sie nach der Ankunft auf dem anderen Kontinent treffen, machen sie zu einem wichtigen Teil des US-amerikanischen Gründungsmythos.

Von Anfang an steht die Reise unter keinem guten Stern. Weil ein Proviantschiff ausfällt, betreten am 16. September 1620 mehr als 100 protestantische Separatisten den eigentlich als Frachter gebauten Zweimaster „Mayflower“. Von der englischen Stadt Plymouth aus segeln die Auswanderer ins Ungewisse. Sie wollen in der nordamerikanischen Wildnis eine Kolonie gründen.

Die Atlantik-Überquerung wird zu einer Odyssee. Auf dem Schiff ist es quälend eng, außerdem lassen wütende Stürme tragende Balken bersten. Nach 65 Tagen erreicht die „Mayflower“ endlich die Küste von Neu-England – weit weg von ihrem eigentlichen Ziel Virginia.

Im ersten Winter stirbt jeder zweite der frommen Siedler an Hunger, Kälte und Erschöpfung. Und auch die übrigen Kolonisten hätten keine Überlebenschance gehabt, wären ihnen nicht die Ureinwohner zu Hilfe gekommen. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts werden elf Millionen Menschen den Pilgern nach Amerika folgen. (…)

Erschienen als WDR ZeitZeichen am 16.9.2025.